The Dubai – 17th September – 11th October 2015, Kühlhaus Berlin

“The photographs in “The Dubai” fit into the contemporary tradition laid out by the likes of Andreas Gursky, Peter Bialobrzeski, or Robert Polidori. Much like Socialist Realism, which set out to celebrate the successes of collectivism, which served a tiny fraction of the population, certainly not the masses, Capitalist Realism celebrates the beauty of an economic system that relies on a brutish, brutal political foundation that ultimately benefits the select few, while leaving out the rest.” Jörg Colberg

Exhibiton 17th September – 11th October 2015, Kühlhaus Berlin, Luckenwalder Str. 3

“Dominium Terrae” ist der theologische Begriff für das Bibelzitat “Macht Euch die Erde untertan” und der Titel der Ausstellungsreihe, die sich mit künstlerischen Arbeiten zu diesem Thema beschäftigt. Dabei geht es um Bauen und Leben in unwirtlichen wüsten Gegenden und wie der Mensch mit seiner Besiedelung und der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen eine wüste Landschaft kreiert. Mit Tor Seidels Fotografien zu Dubai starten wir am 17. September in Kühlhaus Berlin diese Reihe.

Hochhauskulissen und davor Bagger, die die ständig zu bewässernde Palmen in die Wüste setzen; Sandaufschüttungen im Meer als Investruine; Skifahrer in Schneelandschaft bei Aussentemperaturen von plus 40 Grad. Tor Seidel ist vor einigen Jahren nach Dubai gezogen, weil ihn als Künstler und Fotograf die Stadt mit all ihren Widersprüchen faszinierte. Mittlerweile hat er ein beeindruckendes Werk von Bildern von der Stadt am Golf geschaffen.
Dubai ist eine Stadt der Superlative: das höchste Haus, die größte Indoor-Skihalle, die größten vom Menschen aufgeschütteten Inseln und 2010 den größten ökologischen Fussabdruck, das heißt die höchste Ressourcenverschwendung der Welt. Fast 95 Prozent des Wassers werden durch Entsalzung von Meerwasser gewonnen. Bis 2008 gab es keine Isolationsvorschriften für Häuser. Unzählige laute Klimaanlagen müssen die Gebäude herunter kühlen, damit das Leben auch bei mehr als 40 Grad Außentemperatur erträglich wird. Die meisten Bewohner Dubais halten sich wenig im Freien auf, was wegen der Hitze, Baulärms, Staus anstrengend ist, sondern bewegen sich in der Regel in  klimatisierten Autos, in klimatisierten Büros und Shopping Malls. Natürlich gibt es Beach Resorts und Strände, wo nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische baden.
Durch Verbrauch an natürlichen Ressourcen wie Erdöl und Wasser und die Erzeugung von Abfall
nehmen die Vereinigten Arabischen Emirate laut einer Erhebung des WWF den Spitzenplatz der größten Energieverschwender ein. Demnach lebt Dubai um das Fünfzehnfache über seine Verhältnisse.
Gerade haben Wissenschaftler und Forscher in der Mainauer Deklaration 2015 von einer sich anbahnenden “umfassenden menschlichen Tragödie” gewarnt. Die Forscher schreiben, dass es bald irreversible Schäden für die Menschheit geben wird, weil sich die Natur durch die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und dem permanenten Anstieg der Temperatur des Weltklimas nicht mehr erholt. In den Emiraten bekommt man den Eindruck, als ob diese Probleme überhaupt nicht existieren und es nur wichtig ist, die nächste weltgrößte Mall und den nächsten weltgrößten Tower zu bauen.

Die Ausstellung “The Dubai” mit Fotografien von Tor Seidel zeigt diese Stadt mit all ihren Facetten – den Hochglanz-Malls, den faszinierenden Hochhäusern, sie zeigt aber aber auch aufgegebene Palmeninseln, verlassene Grossbaustellen und schließlich inszenierte Bilder, die eine Geschichte erzählen.

http://www.torseidel.de/