StadtSicht / WeitSicht

Ausstellung StadtSicht / WeitSicht vom 17.September bis 11. Oktober 2015 im Kühlhaus Berlin. Die Künstler Tor Seidel, Lisa Pakschies, Ulrike Doßmann, Christian von Steffelin, Jens Heller, Milena Aguilar und Stefan Ssykor setzen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Stadt und urbanem Leben auseinander.

StadtSicht
Tor Seidel zeigt in seinen Fotografien von Dubai die architektonische Meisterleistung und den Größenwahn eine Stadt in der Wüste zu bauen. Hier herrschen 40 Grad in Schatten, Wasser muss aus dem Meer gewonnen werden. Die Folge: Dubai hat den größten Ressourcenverbrauch der Welt und den größten ökologischen Fußabdruck. www.torseidel.de
Cristian von Steffelin fotografiert mit seiner Großbildkamera seit über zwanzig Jahren Berlin. Eine Stadt, die der steten Veränderung unterworfen ist. Er kreiert fotografische Kunstwerke und schafft zeitgleich ein wichtiges Dokument städtischen Wandels, Vergehen, Umbruch und Neugestaltung der Metropole Berlin.
Milena Aguilar sucht sich für ihre Ölgemälde urbane Brachen und Stadtrandgebiete. Orte, die auf den ersten Blick unscheinbar erscheinen, aber noch Wildwuchs und ländliche Idylle zulassen, wo sich aber schon Stadthäuser im Hintergrund ins Bild drängen. So auf ihrem Bild vom Gleisdreieck. Dort war einst ein zugewachsenes verwildertes Niemandsland inmitten von Berlin. Seit 2012 ist es ein kultivierter Park gerahmt mit schicken Neubauwohnungen. milena-aguilar.com

WeitSicht
Jens Heller beschäftigt sich in seinen rätselhaften mystischen Bildern “Europa Auf Der Lichtung” und “Europa Im Spielzimmer” mit der Selbstverwirklichung des urbanen Menschen bei gleichzeitiger Vereinzelung und Entwurzelung. Eine aufgeblasene dicke Gestalt namens Europa im Sumoringeranzug, schlägt mit dem Baseballschläger auf ein Taschentuch ein. Die gleiche Gestalt liegt – mit einer glänzenden Schutzdecke über den Kopf gezogen – erschöpft und unbeweglich im Spielzimmer und klammert sich an silberne Rettungsringe. “Ach Europa!”. Ausruf, Titel, Name und ein Spiel mit mehreren Bedeutungseben. Die Stadt als Treibhaus der kulturellen Entfaltung schafft einen in vielfache Privatsphären unterteilten Raum. Der Anzug “Europas” ist Puffer zwischen Subjekt und Natur. Er dient der Immunisierung und als Isolationsschicht gegen äußere Einflüsse und fragmentierte Realitäten wie Subkulturen, Anschauungen, religiöse Zugehörigkeiten, Selbstbilder, Narrationen der Biografie, Cyberspace, denen der Mensch im Stadtraum ausgesetzt ist. diekapsel.de
Stefan Ssykor hinterfragt mit seinen Bildern Brave New World, Carceri VII (nach der phantastischen Architektur von Piranesi) Brüche und fragile Konstruktionen der hochtechnisierten automatisierten Städte. “The Bastard Operator has just left the Building” zeigt den Bug im System der komplexen urbanen Wirklichkeit. www.s-ss.de
DOPAK – PROJECTS, das 2014 von den Künstlerinnen Ulrike Doßmann und Lisa Pakschies gegründet wurde, versteht sich als geistig und visuell bewegliche Arbeitsplattform, auf der sich unterschiedliche künstlerische Positionen im Prozess verzahnen. Mit ihrer Skulptur “Arbeit II” von 2015 interpretieren sie künstlerisch Fundstücke, Weggeworfenes, Liegengelassenes, Verpackungshüllen der konsumistischen Gesellschaft. www.dopak-projects.de

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