Hanna Woll

Hanna Woll – No-I-Land

In der Installation No-I-Land kreiert Hanna Woll eine Szenerie an einem unbestimmbaren Ort – vielleicht eine karge Landschaft, die von einer Vielzahl von unterschiedlichen Skulpturen bevölkert wird.
Die Figuren tauchen in verschiedenen Größen und Farben auf. Damit wird die Perspektive und die „Konsistenz“ der bildhauerischen Werke in Frage gestellt. Verschiedene Skulpturen aus Hanna Wolls Œuvre werden in 3D reproduduziert. Dabei verwendet sie PLA, einen biologisch abbaubaren Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen.
Durch den 3D-Druck sind Hanna Wolls Skulpturen ihrer ursprünglichen Materialität sowie Dimension beraubt. Sie sind dadurch auf ihre Form reduziert und ihrem Entstehungszusammenhanges, der in den Unikaten klar gekennzeichnet ist, entrissen.
So entstand die Keramik „Don“ während eines Atelier Stipendiums an der staatlichen Keramikmanufaktur Majolika in Karlsruhe. “Don” ist Bestandteil der Serie „Tsukumogamie“. Diese thematisiert eine alte japanische Vorstellung von Gestaltwandlung, in der Dinge alle 100 Jahre ihre Gestalt ändern sollen.
Die Arbeit „Innerwood arrays“ hat im Original eine Höhe von 180 cm und ihre Oberfläche ist über und über mit dem Sand der lothringischen Wälder bedeckt. Dort lebten einst Glasnomaden, die aus eben diesem Sand Glas gewannen.
In No-I-Land finden sich nun 3D Reproduktionen von diesen beiden Skulpturen. Sie sind die zwischen 2,5 und 39 cm hoch, teils farbig – aber auch transparent –  in verschiedener Auflage.
Die einzigen Orginale, die die Szenerie durchkreuzen sind Glasobjekte organischer Form: teils Metalle oder Steine umschließend. Hanna Woll bläst ihre Objekte in traditioneller Technik und zupft sie aus dem noch flüssigen Glas. Es entstehen „extreme Momenteinheiten“ – garantiert unreproduzierbar.

HANNA WOLL
1982 geboren in Neuburg an der Donau
2003 Universita per Stranieri in Perugia (Umbrien, Italien)
2003-2006 Lehre als Steinmetz in Karlsruhe
2006-2012 Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Karlsruhe in der Klasse Prof. Stephan Balkenhol
2007 Beginn der Zusammenarbeit mit der Glasbläserei Dorotheenhütte Wolfach
2008 Auslandsaufenthalt in Island
2012-2013 Meisterschülerin bei Prof. Stephan Balkenhol und Wolfgang Kaiser
2013 Residenzstipendium Artopie(Centre de Création Artistique), Meisenthal, Frankreich
2013 Zusammenarbeit mit der Keramik Manufaktur Majolika Karlsruhe Zusammenarbeit mit CIAV Meisenthal
2013/14 2014 Zusammenarbeit mit Zeller Keramik, Zell am Hammersbach

www.hannawoll.com